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Eine Gravur kann gravierende Folgen haben .....

 

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Der Graveur

Abgeleitet aus dem franz. graver, "eingraben", früher auch Stecher genannt. Eigener Lehrberuf mit Meisterprüfung, heute freies Gewerbe. In spezieller Technik werden Schriftzeichen mit dem Stichel oder mittels Bohrfräsen (Geschirr) in harte oder weiche Materialoberflächen graviert. Spanabhebende vertiefte Technik. Früher war der Beruf des Graveurs sehr verbreitet, und es gab Spezialisten für die verschiedensten Arbeitsbereiche. So waren im Mittelalter viele Graveure mit der Verzierung von Zinngegenständen befasst (Flecheldekor). Seit der 2. Hälfte des 18.Jh. wurde vorwiegend Silber (Silberbecher) mit Gravuren verziert. Das Eintiefen in das Metall erfolgt durch Vorzeichnen mit einer Anreiss- oder Radiernadel. Das Material wird danach mit scharfen Sticheln in spanabhebender Tätigkeit ausgenommen.
Auch das "Trassieren" und "Ziselieren" gehörte einmal zur Technik des Graveures. Hierbei wird nicht mit einem Stichel, sondern mit Stahlmeißel und Hammer gearbeitet.
Später ging diese Technik zum Gürtler über, wobei Graveure, Gürtler, Ziseleure und Silberschmiede immer eng zusammengearbeitet haben.
Eine eigene Berufsgruppe bildeten die Kupferstecher und Stahlgraveure, die sich mit der Herstellung von Druckplatten für Kupferstiche und ab 1820 auch für Stahlstiche befassten. Andere Stecher waren auf glyptischen Arbeiten spezialisiert; von ihnen stammen unter anderen die Siegelstempel oder Petschaften. Sie wurden als "Siegelgraber", "Stempelschneider" oder "Petschierer" bezeichnet und waren in einer eigenen Zunft vereinigt. Als Werkzeuge verwendeten sie vom Altertum bis zum Mittelalter sogenannte "Fiedelbohrer", später Schneid- und Schleifräder und seit dem 19.Jh. auch Bohrfräsen (ähnlich den "Zahnarztbohrern"), mit spitz oder rundlich geformten Schneidköpfen, sogenannte "Zeiger". Im 19.Jh. bezeichneten sich auch Korallen- und Elfenbeinschnitzer als Graveure, die mit einem Stichel in Miniaturtechnik tätig waren und mit dem Ausdruck "Graveur" speziell auf die Feinheit ihrer Arbeiten hinweisen wollten. Heute werden jene Handwerker, die sich mit Steingravuren usw. beschäftigen als Edelsteinschleifer bezeichnet (früher Steinschneider).

 

Eine 10'000 Jahre alte Technik:

Gravieren ist eine spanabhebende Arbeitstechnik. Darunter versteht man das Einschneiden von Verzierungen (Zeichnungen, Schriften etc.) in Metallflächen mit Hilfe eines stählernen Stichels. In den Anfangsstadien war die Graviertechnik die Fortsetzung der Zeichenkunst des Menschen. Man kann daher die Gravierkunst als eine 10'000 Jahre alte Technik bezeichnen. In der verzierenden Formgebung zu suchen. Die Urheber dieser alten Technik waren die Gürtler, Gold- und Silberschmiede und Ziseleure. Die große Zeit der Gravierkunst begann im 14. Jahrhundert mit dem Kupferstich, obwohl schon im 3. Jahrtausend v. Chr. Siegelstempel, im 2. Jahrtausend Gravierungen von Gemmen und um die Jahrtausendwende die ersten Prägestempel für Münzen hergestellt wurden. Die Technik des Gravierens ist uralt und beginnt mit der Metallerzeugung in der Bronzezeit.
Durch das Abheben von feinen Spänen entstehen unterschiedlich starke und tiefe Linien. Dabei bleibt die Fläche eben, die Linie wirkt klar und scharf. Bei Arbeiten mit Punzen dagegen wird die Fläche wellig, und die Linie wirkt stumpf. Durch seitliche Neigung des Stichels entsteht eine breite, krebsschnittartige Linie (Glanzschnitt, Bright-Cut-Gravierung). Das Flächeln oder Tremblieren ist eine primitive Form der Gravur, wo statt des Stichels ein Schabeisen in schaukelnder Bewegung über das Metall geführt wird, so dass ein Zickzackband entsteht. Dieser Tremblier- oder Tremulierstich wird als Dekorationstechnik eingesetzt. Auch zum Abarbeiten von Lötnähten oder zur Entnahme einer Materialprobe bei der Beschau (Tremulierstrich oder Ziselierstich) von Silberwaren im17. und 18. Jh.
Gravuren müssen nicht notwendig in der Werkstatt des Goldschmieds entstanden sein, sie wurden oft von Kupferstechern ausgeführt. Das Gravieren von Silber trug wahrscheinlich entscheidend zur Entwicklung des Anfang des 15. Jahrhunderts erfundenen Kupferstichs bei; denn die Goldschmiede machten sich Papierabzüge von ihren Gravuren, um die Entwürfe wieder verwenden zu können. Andererseits trugen gestochene Musterblätter (Vorlagen) wiederum zur Verbreitung des Gravieren bei.
In der Gotik war das Gravieren als Dekorationstechnik sehr beliebt. Es entstanden zahlreiche Silberobjekte mit bildlichen Darstellungen (sog. gestochene Bilder), in Italien kombinierte man im 15. Jh. die Gravur oft mit der Niello-Technik (Niello). Im 16. Jh. ersetzte man das aufwendige Gravieren oft durch das Ätzen bzw. bevorzugte man Dekorationen in Treibarbeit (Treiben). In den Niederlanden war das Gravieren, besonders von Tellern, Probierschalen und Präsentiertellern, dagegen auch im 16. und 17.Jh. noch üblich. Seit der 2. Hälfte des 18.Jh. werden häufig wiederkehrende Muster auf Gravier-, Guillochier-, Linier- und Schraffiermaschinen hergestellt. Später wurden Monogramme und Inschriften graviert.
Das Arbeiten mit dem Stahl-Meißel ist dem Gravieren verwandt, allerdings wird hier der Druck des Handballens durch den Hammerschlag ersetzt, ist also nur für grobe Dekors geeignet. Aus dieser langen Entwicklungszeit haben sich spezielle Stichtechniken ergeben, z.B.: Kupferstich, Stahlstich, Reliefstich, Flachstich. Die Gravierkunst der heutigen Zeit ist eine Spezialisierung geworden, wobei zwischen Hand- und Maschinengravur und einzelnen Spezialgebieten unterschieden wird, z.B.: Stahl-, Formenbau-, Walzen-, Blinddruck-, Schwarzdruck-, Schrifttypen-, Golddruck-, Schmuck-, Siegelstempel-, Etiketten-, Glas- und Steingravur

Gravieren: Ein Handwerk mit Tradition

Das Gravieren ist so alt wie die Menschheit selbst. Zu allen Zeiten benutzten die Menschen Schneidwerkzeuge, um Schmuck und Gebrauchsgegenstände zu verzieren.
Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Gravierkunst im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts, als Rüstungen und Waffen kunstvoll graviert und ziseliert wurden. Albrecht Dürer brachte im 16. Jahrhundert dieses Handwerk zu einer neuen Blütezeit, als er mit denselben Werkzeugen die Kupferdruckstöcke für seine berühmten Drucke schnitt, und wie wir sie auch heute im 21. Jahrhundert in unserer Werkstätte noch benutzen.
Heutzutage gibt es nur noch sehr wenige Spezialisten, die diese alten Handwerkstechniken beherrschen. Und trotzdem oder vielleicht aber auch gerade wegen unserer sich immer schneller drehenden Welt, in der Globalisierungstendenzen ganze Völker gleichmachen, wo Computer die Kommunikation bestimmen und der Appetit der Menschheit durch Fastfood gestillt wird, gibt es einige wenige, die sich den Luxus des Besonderen leisten wollen und können.

Damaszieren

Speziell in der Metallbearbeitung: schichtweises Zusammenfügen von hartem und weichen Material zur Erzielung einer Zeichnung und zur Steigerung der Festigkeit eines Werkstücks. Durch die Berührungslinien der verschiedenen Schichten ergibt sich das für diese Schmiedetechnik charakteristische Wellenmuster. In der Wappenkunde versteht man unter Damaszieren das Verzieren von Wappenflächen mit Schnörkeln und Rankenmuster

Guillochieren

Speziell in der Metallbearbeitung: Verschlungene Linienzeichnung (Guilloche) als Verzierung auf Metall "stechen".

Tauschieren

Verzieren unedler Metalle durch Einhämmern (Einlegen) von Edelmetallstückchen aus Gold, Silber u.Ä


Skelettieren

Nur noch wenige Spezialisten beherrschen die hohe Kunst, ein Uhrwerk komplett von Hand zu skelettieren.
Zunächst zeichnen sie das Muster auf die Platine, Brücken und Kloben auf. Sie bohren dann kleine Löcher und sägen mit feinsten Sägeblättern alles aus, was nicht für die Stabilität und die Funktion der Uhr notwendig ist. Noch filigraner als das Sägen ist die anschließende Feinbearbeitung und Politur mit der Feile. Danach werden noch die Kanten gebrochen und poliert. Der letzte Arbeitsgang ist die Gravur.
Bei Kurt Schaffo, einem der Besten seines Faches, bleiben alle Arbeitsgänge innerhalb der Familie: Sein Sohn Christian graviert die Arbeiten seines Vaters. Nur ca. 20 – 30 mechanische Armbanduhren, alles Unikate, verlassen unter seinem Namen jährlich seine Werkstätten. Etwa ebensoviel Uhren bearbeitet er für namhafte Uhrenmarken wie Zenith und Corum.


CNC- oder Maschinengravur

 

 

Arbeitsbeispiele

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